Der Kaiser(schnitt) von China

Der Kaiserschnitt habe nicht zur Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit geführt, hört man oft. Das sei den besseren Hygieneverhältnissen zu verdanken, besserer Ernährung, insgesamt besseren sozio-ökonomischen Umständen. Daher möchte ich auf einen Artikel im "British Journal of Obstetrics and Gynaecology" aufmerksam machen, der zumindest für China sehr eindrucksvoll einen Benefit des Kaiserschnitts belegt.


    Kaiserschnitt -rate (%)

Mütter- sterblich. Rate (je 100 000)

Kinder- sterblichk. Rate(je 1000 Geburten)

Neonatale   Sterblichkeits. Rate (je 1000 Geburten)
1949   <3 1500 230      
           
1990   8.9 120 50.2 33.1
           
           
2000   18.8 61 32.2 22.2
           
           
           
2010   52.2 37 13.1 9

Ich habe nicht alle Daten herauskopiert, nur einige, in denen die vollständigen Sterblichkeitsraten vorhanden waren. Immerhin wird daraus ersichtlich, dass die enorme Zunahme der Kaiserschnitte zumindest mit einer Reduzierung der Sterblichkeit von Müttern und Kindern einhergeht. Das ist auch ein Argument für die Sicherheit dieser sicherlich sehr defensiven Herangehensweise.

Und was sagt die Arbeit noch: bis zu 27 % der Kaiserschnitte erfolgen auf Wunsch der Mutter. Das ist ein Votum, das man ernst nehmen und nicht einfach als falsche Aufklärung oder falsche Panik abtun sollte.

Quellen:

Hellerstein S, et al: China's 50 % Caesarean delivery rate: - is it too high?  BJOG (online) 20. August 2014 http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1471-0528.12971/abstract